Wie baue ich eine E-Mail Kampagne auf?
Was du tun und nicht tun solltest, wenn du Werbemails verschicken willst

Mailings sind eine tolle Möglichkeit, mit euren Kunden in Kontakt zu bleiben – und natürlich potenzielle Kunden zu erreichen. Ihr habt die Möglichkeit, Einladungen für eine von euch organisierte Veranstaltung per E-Mail zu versenden oder Gutscheine, um eure Kunden das Einkaufen oder Buchen eures Angebotes zu erleichtern. Ziel dabei ist immer, den Namen eures Unternehmens immer wieder ins Gedächtnis der Kunden zu bringen und so deren Vertrauen in euch zu stärken, damit im Bedarfsfall euer Unternehmen in deren Köpfen aufpoppt.

Welche Arten von Massenmailings gibt es?

1. Digitale Mailings zur Umsatzsteigerung

Verkaufen ist das übliche Ziel eines Massenmailings. Um ehrlich zu sein, es ist eher unwahrscheinlich, dass eure Kampagne beim ersten Versenden  einer E-Mail an eure Kundenliste schon große Umsätze generieren wird. Sorry für diesen Realismus!

Ein guter Mailer sollte vorher eine gewisse Beziehung zu seiner Liste aufgebaut haben. Auch ohne Follow-Up, also Nachkontakt, werdet ihr vermutlich nicht zu euren gewünschten Verkaufszahlen kommen. 

2. Informationen teilen

Manche sagen jetzt bestimmt: "Hey! Moment mal. Ich dachte Flyer sind out und sowieso nicht sonderlich nachhaltig" und ja sie sind nicht mehr so effektiv und wertgeschätzt wie vor dem digitalen Zeitalter. Es ist auch unwahrscheinlich, dass ein Flyer euren Umsatz sofort steigern wird. Aber er kann für eure Kunden, wenn gut gemacht und an den Kühlschrank, Spiegel, Schreibtisch gepinnt, zu einer nette Erinnerung an euer Unternehmen werden.

Die nachhaltigere Variante ist sicher der digitale E-Mail-Flyer. Wie die Papierversion sollte dieser kurz und knackig sein. Flyer informieren in der Regel eine positive Veränderung deines Angebots (Preissenkungen) oder eine generelle Veränderung (neue Produkte, neue). Er macht neugierig auf das was kommt. Z.B. Produktverbesserungen, neue Produkte, Sonderaktionen, neues Teammitglied, neuer Shop... all das gehört in diese Kategorie.

3. Kundenbindung

Egal, ob eure Kunden euer Angebot jetzt nutzen werden oder nicht, jeder Kundenkontakt bindet euch mit euren Kunden. Unser Gehirn benötigt einige "Anstupser" bevor wir uns im Bedarfsfall an denjenigen erinnern, der uns ein Problem lösen kann.

Darüber hinaus zeigen wir unseren Kunden mit speziellen Angeboten und vor allem Aktionen, wie wichtig sie unserem Unternehmen sind. Es erzeugt ein s.g. VIP-Gefühl. Dies wiederum fördert die Kundenbindung und bringt unsere Kunden wieder ein Stück näher an unser Unternehmen. Sozusagen ein Win/Win für beide Seiten.

4. Vertrauensbildung (Newsletter)

Newsletter sind enorm zeitaufwendig, da sie normalerweise einige Recherchen erfordern. Im Gegenzug bieten sie unseren Kunden den größten Mehrwert. Diese Arten von Newslettern können unsere Glaubwürdigkeit und Autorität auf dem Markt immens verbessern und sind eine sehr effektive Marketingtaktik.

Wenn ihr keinen vollständigen Newsletter erstellen könnt, versucht es doch mit wertvollen Ratschlägen oder Informationen zu einem besonderen Thema. Zitiert dabei aber bitte immer die Quelle oder gebt diese Informationen in eigenen Worten wieder. Zögert nicht, euer Wissen oder Expertise mit euren Kunden zu teilen und sich so als Experte zu positionieren. 

Nicht vergessen! Vergewissere dich vorab, ob deine Aussagen richtig sind. Nichts ist schlimmer, als falsche Hinweise oder Ratschläge zu geben.

5.Persönliche Notiz

Die sicher höchste und wertvollste Form der Kundenbindung ist ohne Frage die persönliche Notiz. Diese Gelegenheit solltest du dir nicht entgehen lassen. Nichts ist persönlicher, höflicher und auch menschlicher als die persönliche Notiz auf einer Weihnachtskarte, Geburtstagskarte und allen anderen besonderen Gelegenheiten des Jahres.

Wer hier kreativ ist, kann seine Kundenbindung extrem stärken und eine sehr persönliche Bindung aufbauen.

But - Be careful!
Diese Punkte solltest du unbedingt beachten

Massenmailings sind unbestrittene Kraftpakete. Wenn sie gut gemacht werden, können sie der Auslöser sein, der unserem Unternehmen die erforderliche Sichtbarkeit verleiht und unseren Umsatz wirklich ankurbelt.

Massen-E-Mails landen jedoch auch schneller in Spam-Ordnern, als wir bis drei zählen können. Daher ist es wichtig zu wissen, worauf bei solchen Mailings zu achten ist. Ich habe mal zusammengefasst, was wir tun sollten und vor allem, was wir NICHT tun sollten.

Extra-Tipp: Bevor wir eine E-Mail versenden, vergewissern wir uns bitte, dass alle Datenschutzrechtlichen Gesetze einhalten werden, die im Zielland unserer Kontakte gelten. Z.B. DSGVO, CCPA oder CAN-SPAM Act, etc. Andernfalls drohen hohe Bußgelder und Schlimmeres.

Don't: Wir senden keine Massen-E-Mails von einer neuen Domain oder IP-Adresse

Eine komplett neue Domain oder IP-Adresse hat noch keine Reputation. Inbox Service Provider (kurz ISPs) wissen daher nicht, was sie von uns zu erwarten haben. Sind wir nun böse oder gut? In diesem Fall kann diese Unsicherheit unsere Email direkt in den Spam-Ordner befördern.

Daher ist es wichtig, dass unsere Domain oder IP bereits eine Weile aktiv genutzt wurde, bevor wir viele E-Mails auf einmal versenden. Wir werden damit sicherlich bessere Ergebnisse erzielen.

Don't: Sendet keine Massenmailings an eine veraltete E-Mail-Liste

Es sollte mittlerweile selbstverständlich Standard sein, aber wir erwähnen es trotzdem. Sendet auf keinen Fall E-Mails an eine Liste, die ihr gerade aus den Tiefen eurer Datensicherung ausgegraben habt und wohl schon so alt wie Thor ist.

Auch wenn ihr der Meinung seid, dass eure neue E-Mail-Kampagne diese Leute sicherlich interessieren wird, ist es besser, diese alte E-Mail-Liste zu vernichten. Gerade mit Inkrafttreten der DSGVO sind alte Listen ein schneller Weg, um in den nächsten Spam-Ordner zu gelangen oder, schlimmer noch, mit hohen Bußgeldern rechnen zu können. So mancher Anwalt hat diesen Bereich zu seinem Spezialgebiet gemacht.

Zudem ist davon auszugehen, dass die meisten E-Mail-Adressen in den letzten 10 Jahren ohnehin inaktiv geworden sind. Sollte das ein Trost für euch sein.

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Don't: Täuscht niemanden

Auch dieser Punkt sollte euch als Unternehmer bekannt sein. Aber ich möchte euch trotzdem daran erinnern. Für den Empfänger muss immer deutlich erkennbar sein, worum es in der E-Mail geht. Mit anderen Worten: wir können beispielsweise eine E-Mail-Marketing-Aktion nicht unter dem Deckmantel einer Bestätigungs-E-Mail für eine Bestellung deklarieren – das wäre Täuschung und somit strafbar.

Don't: Nicht zu viele Bilder

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das stimmt. Zu viele Bilder können jedoch dazu führen, dass die E-Mail direkt in den SPAM-Ordner befördert wird. Zudem lassen sich diese auf mobilen Geräten meist sehr schlecht darstellen. Der Leser würde am Ende nur noch Bilder sehen und unsere Nachricht nicht mehr lesen. Das wollen wir nicht.

Don't: Überfordert den Leser nicht

Haltet alles so einfach wie möglich. Versucht nicht, verschiedene Aktionen oder Themen in eine einzige E-Mail zu packen. Am besten ist es, wenn es nur um ein einziges Thema geht, alles andere wäre für den Leser schnell zu viel. Und alles, was zu viel wird, führt eher zu keiner Reaktion als überhaupt zu einer Reaktion. Überforderung führt zu Demotivation. Das sollte man wirklich NIE vergessen.

OK, we got it!

Aber was können wir tun, damit es gut wird?

Do: Gut geplant ist halb gewonnen

Normalerweise wird der erste Fehler bereits beim Versenden der E-Mails gemacht. Diese werden in der Regel sofort versendet, wenn die Email-Kampagne erstellt und freigeben wurde. Es wird selten darüber nachgedacht, zu welcher Tageszeit, an welchem Wochentag oder gar welche nationalen oder lokalen Ereignisse am Zielort stattfinden und wann der bestmögliche Zeitpunkt für den Versand wäre, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Ganz pragmatisch könnte man natürlich sagen, dass E-Mails am ehesten zu Wochenbeginn (also von Montag bis Mittwoch) geöffnet werden und gegen Mittag eine höhere Öffnungsrate herrscht. Aber (falls Sie Auslandskunden haben) was ist mit Zeitzonen? Haben Sie Ihre Mailinglisten nach Zeitzonen sortiert? Übrigens hat der DVV Verband eine neue Studie herausgebracht und die besagt, der beliebteste Versandtag der Deutschen Unternehmen ist der Donnerstaq. Fraglich allerdings, ob man eine Mail von vielen sein möchte oder dann besser auf einen anderen Tag ausweicht.

Do: Ansprechendes Design

Eure E-Mails sollten so gestaltet sein, dass sie zum Stil eurer Website und dem Rest eurer Corporate Identity passen. Dies vermeidet das Problem, dass ihr wie ein Spamer oder Phisher ausseht und Ratz Fatz in den Spam-Ordner verschoben werdet.

Denkt auch daran, eure Transaktionen (wie z.B. Rechnungen, Zahlungsbestätigung,  Zahlungs-Eingangsbenachrichtigung usw.) und eure Marketing-E-Mails nach Möglichkeit mit unterschiedliche E-Mail-Adressen zu trennen. Auch die E-Mail-Listen sollten immer aktuell und geplfegt sein.

Do: Sichere Verarbeitung

E-Mail-Dienstleister (kurz ESP) haben unterschiedliche Dienste und nicht alle bieten eine hervorragende Lösung für E-Mail-Kampagnen (Werbemails). Wenn ihr keine Software-Lösung verwendet, die schnell ein hohes Volumen bewältigen kann, können eure E-Mails im "E-Mail Himmel" stecken bleiben. Engpässe führen zu ungenauen Sendezeiten, was sich wiederum auf eure Antwortquote auswirken kann. Daher ist es wichtig, dass euer Provider eure Massensendungen gut verarbeiten kann.

By the way: Odoo OpenSource z.B. kann mit einem guten Server und einem zuverlässigen Domain-Provider große Mengen E-Mails problemlos verarbeiten.

Do: Die richtige Betreffzeile macht den entscheidenden Unterschied

Wir alle wissen es – die Betreffzeile ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer E-Mail-Kampagne. Wenn wir hier versagen, war die ganze Arbeit umsonst.

Wir hätten die beste E-Mail erstellen und senden können. Mit immensem Mehrwert und Relevanz. Für unsere Leser, besteht eine sehr gute Chance, dass unsere E-Mail gelöscht wird, ohne ihr einen Hauch von Chance gegeben zu haben, nur weil der Betreff nicht passend war.

Aber was wäre denn eine gute Betreffzeile? Hier sind einige Beispiele:
  Sagt, was ihr zu geben habt: "10 Euro Rabatt auf Ihre nächste Bestellung"
  Stellt eine Frage: "Wird Ihre Webseite gefunden?"
 Anreize schaffen: "Das Beste, was Sie tun können, um Ihre Suchmaschinen-Rankings zu verbessern ..."

Vorsichtig sollte man mit Betreffzeilen dieser Art sein:
  "Begrenzte Lieferungen! Beeilen Sie sich ..." oder solche sogenannten Clickbit-Sätze wie:
  "Sie werden nie glauben, was wir gerade getan haben ..."

Do: Content is King

Guter, qualitativ hochwertiger Content ist das Wichtigste, was einer Webseite einen Mehrwert verleiht. Dies gilt natürlich auch für unsere E-Mail-Kampagnen.

Neben Gutscheinen oder Coupons können wir unseren Lesern auch hilfreiche Tipps und Anregungen basierend auf unsere Branche zukommen lassen. Wir können aber auch über neue Produkte und Dienstleistungen informieren. Es ist jedoch wichtig, dass wir uns darauf konzentrieren, einzigartige, relevante und nützliche Inhalte zu erstellen.

Unsere Leser können sehr gut zwischen lauwarmen, geschröpften und echten, wertvollen Inhalten unterscheiden. Verschwenden wir also nicht die Zeit unserer potentiellen Kunden, geben wir ihnen einen Grund wirklich auf uns zu achten und sich auf weitere Post von uns zu freuen.

Do: Kurz und knapp

Wenn wir über Inhalte sprechen, sollten wir auch daran denken, sie kurz zu halten. Auch wenn der Inhalt großartig ist, besteht eine gute Chance, dass unsere Leser im Moment damit beschäftigt sind, etwas ganz anderes zu tun. Wenn dies der Fall ist und wir versuchen, deren Aufmerksamkeit mit einem langen Inhalt zu erregen, kann es gut sein, dass sie keine Zeit haben und uns auf später verschieben, unsere E-Mail schließen und uns am Ende vergessen.

Do: Testen, prüfen und wiederholen

Es gibt mehrere Tools, mit denen ihr Tracking-Links erstellen und Analysen für E-Mail-Kampagnen anzeigen können. Es ist wichtig, dass ihr für jede einzelne E-Mail, die ihr versenden, einen solchen Tracker einrichtet und dann Zeit findet, diese Daten auszuwerten. Diese Analysen sind heute in die meisten E-Mail-Plattformen integriert. Natürlich auch in Odoo Community.

Wenn ihr feststellt, dass eine E-Mail eine deutlich höhere Öffnungsrate hatte als eine andere, versucht herauszufinden, was die erhöhte Öffnungsrate verursacht hat oder haben könnte. Experimentiert unbedingt mit verschiedenen Sendezeiten, Vorlagen und Strategien und finden heraus, was für euer Unternehmen und eure Zielgruppe am besten funktioniert.

Abschluss

Ich hoffe, dieser Blog konnte euch weiterhelfen und Licht ins dunkle Mysterium des E-Mail-Marketings bringen. Wenn Massen-E-Mails sinnvoll und gut gemacht sind, dazu nicht zu häufig versendet werden, sind sie sicher eine großartige Möglichkeit die Kundenbindung zu steigern und den Verkauf anzukurbeln. 

Kein Unternehmen sollte sich diese Chance entgehen lassen.



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Green Footprints Technology, Melanie Lee 12 Dezember, 2021
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